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Tankstelle für Eltern mit psychischen Problemen

Alle Menschen haben manchmal unangenehme Gefühle. Jeder fühlt sich mal sehr traurig, z.B. bei Schwierigkeiten in der Partnerschaft oder in der Familie oder hat Ängste, z.B. bei Herausforderungen im Beruf, beim Sprechen vor vielen Menschen oder auch vor bestimmten Tieren wie Spinnen oder Schlangen. Die meisten Menschen kennen auch von sich, dass ihre Gedanken manchmal intensiv um ein schwieriges Thema kreisen und sie Probleme haben, sich auf etwas anderes zu konzentrieren. Das ist in einem gewissen Maß ganz normal und gehört zum Leben dazu. Meist kommt man aus eigener Kraft oder mit Hilfe von Freunden und Familie nach einiger Zeit wieder aus dieser schwierigen Phase heraus. Ergänzend können ggf. Gespräche in einer Beratungsstelle wie z.B. der Lebensberatungsstelle Bitburg hilfreich sein.

Von psychischen Problemen oder gar Störungen/Krankheiten sprechen wir, wenn beispielsweise Traurigkeit, Antriebsschwäche, Sorgen, Ängste und Grübeleien über einen Zeitraum von Wochen oder Monaten sehr intensiv und belastend sind und die Bewältigung des normalen Alltags deutlich behindern. Dann ist es manchmal nicht mehr möglich, regelmäßig zur Arbeit zu gehen oder angemessen für die Kinder da zu sein. Bei einigen psychischen Störungen kommen auch Symptome hinzu, die sich von „normalem“ Erleben deutlich unterscheiden: Manche Menschen leiden unter Halluzinationen, hören und sehen Dinge, die in Wirklichkeit nicht existieren. Oder sie haben Wahnvorstellungen, halten sich z.B. für eine berühmte Persönlichkeit oder fühlen sich von fremden Wesen aus dem All verfolgt. Einige Menschen haben in der Vergangenheit schreckliche Dinge erlebt, z.B. (sexualisierte) Gewalt, einen Unfall, eine Naturkatastrophe oder Krieg, und leiden unter den psychischen Folgen.

Auf dieser Seite möchten wir Ihnen Informationen zu Unterstützungsangeboten sowie konkrete Tipps geben, wie Sie in schwierigen Situationen die Bedürfnisse Ihrer Kinder im Blick behalten können.

Diese Seite wird regelmäßig ergänzt. (Stand: 7.12.2022)

  • Wo finde ich psychotherapeutische Hilfe und Unterstützung?

    Ausführliche Informationen bietet die Broschüre „Wege zur Psychotherapie“ der Bundespsychotherapeuten-Kammer (BPTK), die Sie hier herunterladen können: https://www.wege-zur-psychotherapie.org/download-wege-zur-psychotherapie/

    Psychotherapeutische und ärztliche Unterstützung

    Bei psychischen Problemen können Sie als erstes Ihr*e Hausärzt*in ansprechen. Sie können sich aber auch direkt an eine*n Psychotherapeut*in wenden, dafür benötigen Sie keine Überweisung. Psychotherapeut*innen in Ihrer Region finden Sie auf der Website: www.116117.de/de/psychotherapie.php

    Die Kosten für die Behandlung bei den hier gelisteten Psychotherapeut*innen werden grundsätzlich von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Bei privat Versicherten hängt es vom jeweiligen Vertrag ab, welche Leistungen die Versicherung übernimmt.

    Man unterscheidet zwischen Psychologischen Psychotherapeut*innen und Ärztlichen Psychotherapeut*innen (sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen).

    Psychologische Psychotherapeut*innen haben zunächst Psychologie studiert und im Anschluss eine mehrjährige staatlich geregelte psychotherapeutische Ausbildung absolviert und die sog. „Approbation“ (=Zulassung zur Berufsausübung) erhalten.

    Ärztliche Psychotherapeut*innen haben Medizin studiert und in der Regel eine Facharztausbildung für Psychiatrie und Psychotherapie bzw. Psychosomatische Medizin und Psychotherapie durchlaufen. Auch Mediziner*innen anderer Fachrichtungen können eine psychotherapeutische Zusatzausbildung erwerben. Ärztliche Psychotherapeut*innen nehmen teils auch körperliche Untersuchungen vor und können Medikamente, z.B. gegen Halluzinationen und Wahnvorstellungen verschreiben, sog. „Psychopharmaka“. Unterstützend bieten sie Ihren Patient*innen Gespräche an.

    Psychologische Psychotherapeut*innen verschreiben keine Medikamente, sondern arbeiten mit Gesprächen und Übungen (z.B. Entspannungsübungen oder Konfrontationsübungen bei Ängsten). Die Sitzungen dauern in der Regel 50 Minuten und finden meist über mehrere Monate im wöchentlichen Abstand statt.

    Jede*r Psychotherapeut*in bietet eine Sprechstunde an, in der zunächst geklärt werden muss, ob bei Ihnen eine psychotherapeutische Behandlung notwendig ist. Wenn dies der Fall ist, kann es sein, dass er*sie die Behandlung selbst übernimmt. Oft haben Therapeut*innen aber nicht direkt einen freien Therapieplatz, sondern Sie müssen Wartezeiten in Kauf nehmen oder sich bei anderen Therapeut*innen nach einem freien Platz erkundigen. Wenn die Therapeut*in Ihnen bescheinigt, dass Sie „dringenden“ Therapiebedarf haben, kann Ihnen die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung unter der bundesweiten kostenlosen Telefonnummer 116117  bei der Suche weiterhelfen.

    Wenn ein*e Therapeut*in die Behandlung übernehmen kann, führt er*sie zunächst Probesitzungen („probatorische Sitzungen“) durch, in denen Sie sich besser kennen lernen und schauen können, ob „die Chemie stimmt“. Die Therapeut*in nutzt die Probesitzungen, um einen Behandlungsplan zu entwickeln und bei der Krankenasse die Kostenerstattung zu beantragen.

    Sollte die*der Therapeut*in in der Sprechstunde feststellen, dass bei Ihnen kein psychotherapeutischer Behandlungsbedarf vorliegt, können Sie sich mit Ihren Problemen an eine Beratungsstelle wie z.B. die Lebensberatungsstelle Bitburg wenden. Hier bieten wir Ihnen in einem oder mehreren Gesprächen Unterstützung bei der Klärung und Bewältigung der besonders belastenden Themen.

    Stationäre Behandlung in einer psychiatrischen oder in einer psychosomatischen Klinik

    Bei schweren psychischen Erkrankungen (z.B. Wahnvorstellungen und Halluzinationen im Rahmen einer Schizophrenie) oder in akuten Krisensituationen lassen sich die Symptome oft ambulant nicht ausreichend lindern. In einem psychiatrischen oder psychosomatischen Krankenhaus können Sie eine umfassendere und engmaschigere Behandlung erhalten. Hier werden verschiedene Therapiemethoden kombiniert. Insbesondere in der Psychiatrie gehören meist auch Medikamente dazu.

    Bei akuten psychischen Krisen sollten Sie versuchen, über Ihre*n Hausärzt*in oder Psychotherapeut*in eine Einweisung in die Klinik zu bekommen. Sollten diese nicht erreichbar sein, z.B. am Wochenende, können Sie sich auch direkt ans Krankenhaus oder an den ärztlichen Notdienst (Telefonnummer 116117 bzw. auch 112) wenden. Dies sollten Sie unbedingt tun, wenn sich Ihnen Gedanken aufdrängen, sich selbst oder anderen Menschen etwas anzutun!

    Wenn die Einweisung von längere Hand geplant wird, benötigen Sie entsprechende Unterlagen von Ihrem*r Ärzt*in und/oder Psychotherapeut*in.

    Wenn Sie sich während eines Krankenhausaufenthaltes stabilisieren konnten, ist es ratsam, von einem*r niedergelassenen Psychiater*in und/oder Psychotherapeut*in ambulant weiterbehandelt zu werden.

    Im Eifelkreis Bitburg-Prüm gibt es im Marienhaus Klinikum Eifel in Gerolstein eine Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik: https://www.marienhaus-klinikum-eifel.de/abteilungenund-fachbereiche/fachabteilungen/st-elisabeth-gerolstein/psychiatrie-psychotherapie-und-psychosomatik

    Stationäre Behandlung in einer Reha-Klinik

    Wenn Ihr*r Psychotherapeut*in feststellt, dass die Behandlung in ihrer Praxis nicht ausreicht, kann er*sie Ihnen eine medizinische Rehabilitation empfehlen. Dies wird vor allem dann der Fall sein, wenn Sie aufgrund Ihrer psychischen Erkrankung schon häufig krankgeschrieben waren und/oder ihre Aufgaben in Familie und Haushalt nicht mehr wahrnehmen konnten. Wenn es darum geht, eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit abzuwenden, muss der Antrag auf Reha bei der gesetzlichen Rentenversicherung gestellt werden. Wenn Sie nicht berufstätig sind, kann die Reha auch von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt werden.

    Eine Reha findet meistens stationär in einer Klinik statt, wird aber manchmal auch ambulant angeboten.

    Teilstationäre Behandlung in einer Tagesklinik

    Manchmal reicht zwar eine ambulante Behandlung aufgrund der Schwere der Symptomatik nicht aus, aber gleichzeitig sprechen Gründe gegen einen Klinikaufenthalt. Insbesondere für alleinerziehende Eltern ist es schwierig, ihre Kinder für Tage oder Wochen anderweitig betreuen zu lassen. Hier bietet sich die Behandlung in einer Tagesklinik an. Während der Woche erhalten Sie dort tagsüber ärztliche und psychotherapeutische Behandlungen, kehren aber am Nachmittag nach Hause zurück. Die Behandlung erstreckt sich in der Regel über mehrere Wochen.

    Ein Aufenthalt in einer Tagesklinik hat den Vorteil, dass man die in der Therapie erlernten Strategien direkt im Alltag erproben kann.

    Im Eifelkreis Bitburg-Prüm gibt es im Marienhaus Klinikum Eifel sowohl in Gerolstein als auch in Bitburg eine entsprechende Tagesklinik:

    Gerolstein: https://www.marienhaus-klinikum-eifel.de/abteilungenund-fachbereiche/fachabteilungen/st-elisabeth-gerolstein/psychiatrie-psychotherapie-und-psychosomatik

    Bitburg: https://www.marienhaus-klinikum-eifel.de/abteilungenund-fachbereiche/fachabteilungen/bitburg/psychiatrische-tagesklinik

     

    Sozialpsychiatrischer Dienst des Gesundheitsamtes des Eifelkreises Bitburg-Prüm

    Bei (altersbedingten) psychischen Erkrankungen, Suchterkrankungen und Lebenskrisen können sich Betroffene und Angehörige bzw. Bezugspersonen auch an den sozialpsychiatrischen Dienst der Kreisverwaltung des Eifelkreises Bitburg-Prüm wenden. Hier erhalten Sie z.B. erste Beratung und Unterstützung sowie Vermittlung und Koordination verschiedener Behandlungen.

    Telefonnummer der Kreisverwaltung: 06561-154640

    Email: spdi(at)bitburg-pruem.de

     

     

  • Unterstützung bei Suchtproblemen

    Psychische Krisen können dazu führen, dass man versucht, sich mit Suchtmitteln abzulenken oder zu entspannen. Häufig genutzte Suchtmittel sind Alkohol, Drogen oder nicht sachgerecht eingenommene Medikamente. Zu den sogenannten „Verhaltenssüchten“ gehört z.B. übermäßiges Glücksspiel oder ein Kaufverhalten weit über den tatsächlichen Bedarf hinaus.

    Suchtverhalten kann im Sinne eines Teufelskreises psychische Krisen verstärken oder neue Probleme schaffen, z.B. Probleme am Arbeitsplatz und Geldsorgen. Insbesondere für Kinder, deren Eltern eine Sucht entwickelt haben, besteht ein großes Risiko: Eltern, die süchtig sind, können nicht mehr zuverlässig für ihre Kinder da sein und verhalten sich aus Sicht der Kinder widersprüchlich und unbeständig.

    Oft haben Betroffene und Angehörige Schwierigkeiten zu entscheiden, welches Verhalten noch „normal“ ist und ab wann man von Sucht sprechen muss.

    Zu allen Fragen rund um das Thema Sucht informiert und berät neben Ihrem*r Haus- oder Fachärzt*in im Eifelkreis Bitburg-Prüm die Suchtberatung des Caritasverbands Westeifel e.V.: https://www.caritas-westeifel.de/sozialedienste/psychologischpaedagogischerdienst/suchtberatung/suchtberatung

    Hier erhalten Sie vertrauliche Beratung, auch wenn Sie unsicher sind, ob Sie selbst oder ein Familienmitglied bereits eine Sucht entwickelt haben.

    Alternativ können Sie sich auch im Internet eine erste Unterstützung holen. Unter https://www.suchtberatung.digital finden Sie kostenlos und vertraulich Beratung rund um das Thema Sucht. Neben der persönlichen Beratung in einer Beratungsstelle vor Ort stehen auch Videoberatung oder Beratung per Textchat zur Verfügung.

     

  • Unterstützung bei Schulden

    Sollten Sie sich finanziell überschuldet haben, finden Sie kostenlose und vertrauliche Information und Beratung bei der Schuldner- und Insolvenzberatung des Caritasverbands Westeifel e.V.: https://www.caritas-westeifel.de/sozialedienste/sozialesicherungundteilhabe/schuldnerundinsolvenzberatung/schuldnerundinsolvenzberatung

  • Unterstützung bei akuten Krisen rund um die Uhr

    In Krisensituationen finden Sie auch Rat und Unterstützung bei der Telefonseelsorge,
    24 Stunden an 365 Tagen im Jahr. Anonym und kostenlos.

    Telefon: 0800-1110111 oder 0800-1110222

    https://www.telefonseelsorge.de

  • Hilfen bei der Betreuung und Erziehung Ihrer Kinder

    Wenn es Ihnen selbst über einen längeren Zeitraum psychisch schlecht geht, wird es schwierig, sich gut um alle Bedürfnisse Ihrer Kinder zu kümmern. Was tun?

    In jedem Fall sollten Sie sich schnellstmöglich in professionelle Behandlung begeben. Weiter oben haben wir für Sie zusammengestellt, wo Sie Hilfe und Unterstützung bekommen.

    Wer kann Sie – außerhalb von Kita und Schule - in der Betreuung und Erziehung der Kinder unterstützen? Das andere Elternteil, Großeltern, andere Verwandte oder gute Freund*innen? Scheuen Sie sich nicht, um Hilfe zu bitten! Sie zeigen große Kompetenz als Mutter oder Vater, wenn Sie erkennen, wo im Moment Ihre eigenen Grenzen liegen. Es werden auch wieder Zeiten kommen, in denen Sie genug Kraft für Ihre Aufgaben als Mutter oder Vater haben. Achten Sie aber darauf, dass Sie Ihre Kinder nur von Menschen betreuen lassen, die Sie gut kennen und denen Sie vertrauen!

    Sie haben aktuell keine Unterstützung? Stellen Sie sich ehrlich die Frage: Kann ich die Grundbedürfnisse meines Kindes nach Nahrung, Körperhygiene, Sicherheit, Liebe und Bindung noch erfüllen? Kann ich meinen Kindern Orientierung bieten und eine angemessene Alltagsstruktur aufrechterhalten? Kann ich Konfliktsituationen mit den Kindern gewaltfrei meistern?

    Falls dies nicht der Fall ist, können Sie sich an den Allgemeinen Sozialdienst (ASD) des Jugendamts wenden. Hier wird ein*e Mitarbeiter*in mit Ihnen besprechen, in welchen Bereichen Sie Unterstützungsbedarf haben und welches die geeignete Unterstützungsmaßnahme für Sie und Ihre Familie sein könnte.

    Vielleicht möchten Sie sich nicht direkt an das Jugendamt wenden oder sind sich nicht sicher, ob Ihre Kräfte noch ausreichen, um sich angemessen um Ihre Kinder zu kümmern. Auch bei uns in der Lebensberatungsstelle können wir in einem vertraulichen Gespräch klären, wie es für Sie und Ihre Familie weitergehen kann. Wir schätzen gemeinsam mit Ihnen die Lage ein und erarbeiten erste Lösungsstrategien.

    Auch der Caritasverband Westeifel e.V. hält Angebote zur Entlastung von Familien in schwierigen Lebenslagen bereit. Es gibt z.B. hauptamtliche Familienpfleger*innen, die sich vorübergehend um Kinder und Haushalt kümmern können, wenn ein Elternteil krankheitsbedingt ausfällt und vielleicht sogar in einer Klinik ist. Diese werden meist über die Krankenkasse, den Rentenversicherungsträger oder auch das Jugendamt finanziert. Information und Beratung erhalten Sie beim Familienservice der Caritas: https://www.caritas-westeifel.de/caritassozialstation/familienservice/familienservice/